Energiemanagement - Sichere Bahnstromversorgung

Neue Netzleitsysteme für die Schweizerischen Bundesbahnen

Im Juni 2010 hat die PSI AG einen Großauftrag von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erhalten. Dieser Auftrag umfasst die Lieferung eines Netzleitsystems (Energie-Management-System, EMS) für die Netzebene 132 kV, mit umfangreichen Netzberechnungen, Netzreglerfunktion und Trainingssimulator sowie die Lieferung eines Fahrstromleitsystems (FSL) für die Netzebene 15 kV mit spezifischen Funktionen für die Steuerung und Überwachung der Fahrstromversorgung.

Beide Netzleitsysteme basieren auf der Systemarchitektur von PSIcontrol und verfügen zum Teil über gemeinsame Eigenschaften. Jedes System ist redundant aufgebaut. Beide Systeme sind miteinander verbunden und haben definierte Schnittstellen zu verschiedenen Anwendungen. Darüber hinaus erfüllen die Systeme die international gültigen Sicherheitsanforderungen für Infrastruktursysteme. Die Prozessankopplung erfolgt einheitlich über PSI-Nentec-Fernwirkgateways.

Dynamischer Austausch von Prozessinformationen

Eine Neuentwicklung stellt die online umschaltbare Mehrsprachigkeit für die Bedienoberfläche dar. Diese neue Funktion wird zukünftig auch weiteren Kunden zur Verfügung stehen. Beide Systeme werden – ebenfalls eine neue Entwicklung – über eine gemeinsame Quelldatenbank mit statischen Datenmodellen für die Prozessanwendungen versorgt. Die Quelldaten werden dabei soweit wie möglich aus existierenden Datenbeständen, wie beispielsweise aus Altsystemen und Büro-Anwendungen importiert. Im Online-Betrieb erfolgt auch ein Austausch der aktuellen Prozessinformationen zwischen den beiden Leitsystemen. Mit der Erneuerung der Netzleittechnik werden die bestehenden SBB-Leitsysteme wie das zentrale System, mehrere Sektor- und Kreisleitstellen abgelöst, die 2013 ihr technisches und wirtschaftliches Lebensende erreichen werden.

Erhöhung der Wartungsfreundlichkeit

Die wesentlichen Zielsetzungen der SBB bei der Erneuerung sind neben der Zusammenlegung der Leittechnik-Plattformen und der Life-Cycle-Ablösung der alten Systeme die Erhöhung der Wartungsfreundlichkeit.

Foto: SBB

Verbesserung von Alarm- und Störungsmanagement

Zusätzlich ist für die SBB auch die Verbesserung des Alarm- und Störungsmanagements ein wesentliches Ziel. In den neuen Systemen sind daher intelligente Funktionen zur Störungsdarstellung und -analyse integriert. Damit sollen Störungsauswirkungen begrenzt und schnell beseitigt werden können. So liefern die neuen Systeme einen Beitrag zur Sicherstellung der Stromversorgung der bekannt zuverlässigen Schweizerischen Bundesbahn.

Die Fertigstellung der Systeme ist stufenweise in 2012 und 2013 geplant. Die Realisierungsphase des Projektes hat im Juli 2010 begonnen, im Moment werden die Realisierungspflichtenhefte erstellt.

Erhöhung des Auslandsanteils im Energiemanagement

Der Gesamtumfang für beide Systeme beträgt rund 10 Millionen Euro. PSI konnte sich bei der SBB aufgrund der Bewertung mittels eines umfangreichen Kriterienkatalogs im Wettbewerb gegen internationale Großkonzerne durchsetzen. Nach Deutschland und Schweden ist die Schweiz das dritte europäische Land, das auf ein großes Fahrstromleitsystem der PSI setzt.

Mit der SBB-Bestellung und weiteren Aufträgen aus Österreich liegt der Auslandsanteil des PSI-Geschäftsbereichs Elektrische Energie am bisherigen Auftragseingang 2010 erstmals über 50 Prozent.

Bahnstromnetz der Schweizerischen Bundesbahn. Foto: SBB
Kontakt

Gerhard Buchweitz
Telefon: +49 6021 366-359
E-Mail: gbuchweitz@psi.de
Internet: www.psienergy.de

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