Anwenderbericht: Erfolgreich den hohen Anforderungen im Sondermaschinenbau begegnen

In der Sprache des Maschinenbaus

Nach 25 Jahren das alte, erprobte ERP-System abzulösen, erfordert sorgfältiges Vorgehen bei der Auswahl des Programms und des Lieferanten. Individuelle Entwicklungen und spezifische Branchenanforderungen müssen dabei ebenso berücksichtigt werden wie Investitions- und Zukunftssicherheit. Bahmüller hat alles richtig gemacht.

Am Standort Plüderhausen produzieren 315 Mitarbeiter alle Produkte der drei Bereiche von Bahmüller.

Die Wilhelm Bahmüller Maschinenbau- Präzisionswerkzeuge GmbH in Plüderhausen ist ein klassischer mittelständischer Maschinenbauer, ein Familienunternehmen in der zweiten Generation. Als Reparaturwerkstatt gegründet, bot man bald eigene Maschinen an und entwickelte im Lauf der Jahre verschiedene Produktbereiche. Das Unternehmen ist heute mit drei Bereichen am Markt präsent, in denen alles komplett entwickelt, produziert und vertrieben wird.

Der umsatzstärkste Bereich ist der Schleifmaschinenbereich, der vor allem für die Automobilbranche produziert. Hier findet die Fertigung von Rundschleifmaschinen für hochpräzise Teile im Innen-, Außen- sowie Simultanrundschleifverfahren statt. Ein weiterer Bereich sind halb- oder vollautomatisierte Wellpappenverarbeitungsanlagen mit einer Durchlassbreite von bis zu 5,5 Metern. Auf ihnen werden Rohwellpappen zu Verpackungen geschnitten, gefaltet, gestanzt, geklebt oder geheftet, um schließlich gebündelt und palettiert zu werden. Eine klassische, kundenbezogene Auftragsfertigung. Im dritten Segment fertigt Bahmüller Spannwerkzeuge. Zum einen entstehen genormte Standardwerkzeuge nach DIN, amerikanischen oder auch japanischen und weiteren Normen. Zum anderen gibt es modulare Werkzeuge bis hin zu Sonderwerkzeugen, die in Einzelfertigung produziert werden.

K.O.-Kriterium Multisite

Seit Beginn der 80er Jahre setzte man bei Bahmüller ein PPS-System ein, das auf einer HP 3000 als Hardwareplattform lief. 2006 kündigte Hewlett Packard schließlich an, Weiterentwicklung und Support der Hardware einzustellen. „Das war für uns ein willkommener Anlass, sich einmal nach einem modernen ERPSystem umzusehen“, erzählt CIO Marco Jaßniger. Nach 25 Jahren zeigten sich doch Schwächen des Altsystems, die man unbedingt verbessern wollte, vor allem in den Möglichkeiten der Mehrwerkesteuerung. So startete Bahmüller 2007 mit einem 30-köpfigen Projektteam aus Key-Usern aller Abteilungen in ein intensives ERP-Auswahlverfahren.

Endmontage Wellpappe Verarbeitungs-Systeme

Intensive Einführung

Schließlich blieben zwei Anbieter für die Endauswahl übrig, die der ERP-Standard PSIpenta der PSIPENTA Software Systems GmbH schließlich für sich entschied. „Das fast einstimmige Votum für PSIpenta schuf eine hervorragende Ausgangssituation für eine Einführung, da alle am selben Strang und in die gleiche Richtung zogen“, kommentiert der CIO das Wahlergebnis.

Im ERP-System setzt Bahmüller über 30 Module ein und deckt damit laut Jaßniger alle klassischen Themen ab. Es reicht vom Vertrieb über Einkauf, klassisches PPS, BDE, PZE und über Zutrittskontrollen bis hin zu Edifact und E-Business, also der E-Shop-Integration. Der Shop, vor allem für Ersatzteile, ist direkt in PSIpenta integriert, ohne Zwischendatenhaltung. Damit entsteht sofort ein Auftrag im ERP-System, wenn ein Kunde ein Ersatzteil bestellt. Für den FiBu-Bereich kommt die Software des PSIPENTA-Partners Varial zum Einsatz, für die CAD-Anbindung ans ERP-System sorgt Pro.File von Procad, ebenfalls ein PSIPENTA-Partner. Ein weiterer Partner, intex, liefert das iCenter für eine automatische Rechnungsverarbeitung und Archivierung.

Das Know-how bleibt im Haus

Wichtiges Kriterium bereits bei der Auswahl war das Thema Multisite. Hatte die Niederlassung in den USA früher noch ein separates IT-System, laufen heute alle Programme am deutschen Standort in Plüderhausen. Die amerikanischen und chinesischen Kollegen sind angebunden und haben lediglich Zugang. Neben den organisatorischen Vorteilen bei der Produktion und Abwicklung von Kundenaufträgen, profitiert auch das Lagermanagement. Die Artikelbestände der Niederlassungen, die ein eigenes Lager haben, verwaltet die Zentrale ebenso wie die Konsignationsläger bei den Kunden. Auch der Service und Dienstleistungen zwischen den Werken werden in PSIpenta abgewickelt und abgerechnet. So kann direkt aus Deutschland ein Monteur aus China beauftragt werden, in Thailand eine Reparatur oder Wartung durchzuführen.

Mit Hauptsitz in Deutschland betreibt Bahmüller Vertriebs- und Serviceniederlassungen in den USA, China und Rumänien.

„Es war von uns eine strategische Entscheidung zu Datensicherheit und Know-how-Schutz, alle Programme nur in Plüderhausen zu installieren“, sagt CIO Jaßniger. Die Niederlassungen haben vor Ort ihren PC oder Laptop, sind über Zugriffsrechte angebunden und können mit dem ERP-System arbeiten. Und alles, was in den Niederlassungen in das System eingegeben wird, erscheint in der Zentrale auf den Monitoren. „So ist auch ein Update relativ einfach, und falls es einmal Probleme gibt, legen wir einfach den Schalter um. Die Niederlassung ist abgekoppelt und die Daten und unser Know-how sicher im Haus.“

Ein neues, praxisbezogenes System

Für den IT-Leiter gibt es noch einige Highlights: „Jedes Unternehmen tickt etwas anders, da muss man schnell und flexibel auf Änderungen reagieren, sich an aktuelle Situationen anpassen.“ So musste man im Altsystem – gerade für die Auswärtsvergabe einzelner Arbeitsgänge – etliche Schritte durchführen. Bahmüller verfolgt die Strategie, im Vorfeld eine gute Grobplanung bereitzustellen, aber die Fertigung noch nicht akribisch zu terminieren. Die Produktion verfügt dann über ein Zeitfenster und macht die Feinplanung relativ zeitnah. Entsteht da mal kurzfristig ein Engpass, bietet PSIpenta eine komfortable Möglichkeit, schnell und einfach den vor dem Arbeitsplatz angestauten Puffer auswärts zu vergeben.

Aus IT-Sicht ist die Anpassbarkeit des Systems mit Visual Basic for Applications (VBA) ein weiterer, großer Vorteil. Es reicht von Kleinigkeiten wie dem Plausibilisieren von Eingaben bis zu komplexen Funktionen mit Schnittstellen in andere Systeme. „Dies sorgt für eine höhere Datenqualität und größere Transparenz im gesamten Prozess“, weiß Jaßniger. Für ihn ist das neue System äußerst praxisbezogen und spricht die Sprache des Maschinenbaus. „Wir bauen Sondermaschinen und keine Standardprodukte, da haben wir besondere Anforderungen. Wenn man das richtige System gewählt hat, ist es genauso wichtig, auch den richtigen Partner zu haben“, meint der CIO und ergänzt: „Wir haben uns in PSIpenta und ihrer Vorgehensweise wiedergefunden und fühlen uns verstanden.“ Daher steht auch künftig einiges mit PSIPENTA auf dem Programm wie der Ausbau der Archivierung mit iCenter und eine stärkere Integration der Kunden in das ERP-System.

Autor: Voker Vorburg, freier Journalist

Kontakt

Beate Wesenigk
Marketing Managerin
PSIPENTA Software Systems GmbH
Telefon: +49 30 2801-2127
Telefax: +49 30 2801-1042
bwesenigk@psipenta.de

www.psipenta.de

Artikel aus:

Zeitschrift für Logistik und Produktion

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