Anwenderbericht: Mit flexibler ERP-Software den Sondermaschinenbau im Griff

Variantenvielfalt im System abbilden

Der Crailsheimer Sondermaschinenbauer Groninger bietet nicht nur seinen Kunden ständig Neuerungen, er nutzt auch ein aktives Release Management für sein ERP-System mit Software-Upgrades sowie der die Einführung neuer Module. Die Entwicklung und Nutzung von Innovationen sieht der weltweit tätige „Hidden Champion“ als Basis für die Erhaltung seiner Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.

Das 1980 in Crailsheim gegründete Familienunternehmen Groninger & Co. GmbH ist Spezialist für die hygienische Verarbeitung von pharmazeutischen und kosmetischen Präparaten. Als Innovationsführer konzipiert Groninger Präzisionstechnologie vom Halbautomat bis zur vollautomatischen Produktionslinie sowie spezielle industrielle Dienstleistungen in enger Kooperation mit den Kunden. Dies gilt sowohl für die Konstruktion einzeln einsetzbarer Spezialmaschinen als auch für die Entwicklung vollautomatisierter Prozesslinien.

Seit der Gründung ist das Unternehmen konsequent gewachsen. 2001 wurde der Neubau eines Werkes im bayerischen Schnelldorf in Betrieb genommen. Heute werden in Crailsheim Lösungen für die pharmazeutische Industrie entwickelt und gefertigt, während Maschinen für die Kosmetikbranche die Kernkompetenz des Schnelldorfer Werks sind.

Eine 2012 gegründete Niederlassung in Charlotte, USA, bietet industrielle Dienstleistungen und After-Sales-Services sowie Beratung und Verkauf aus erster Hand. Bis heute hat Groninger über 7 500 Maschinen ausgeliefert. 900 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von über 100 Millionen Euro.

Das Team
Der PSIpenta ERP-Standard lässt sich an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen

Geschäftsentwicklung erfordert Upgrade

Bereits seit Januar 2004 ist der ERPStandard PSIpenta der PSIPENTA Software Systems GmbH bei Groninger erfolgreich im Einsatz. Zum Jahreswechsel 2012/2013 wurde auf die aktuelle Version 8.2 gewechselt. Rolf Hasenkopf, verantwortlicher ERP-Systems Engineer bei Groninger, erläutert das Motiv: „Wir planen unser derzeitiges Projektmanagementsystem abzulösen, dafür ist die neue ERP-Version die notwendige Basis. Außerdem mussten wir unser System an unser konstantes Wachstum anpassen und für seine Zukunftsfähigkeit sorgen.“

Multisite zur zentralen Steuerung aller Standorte

Besonders wichtig ist für Groninger die ausgereifte Multisite-Funktion des ERPStandards zur zentralen, informationstechnologischen Steuerung mehrerer Werke. „Wir verwenden Multisite für alle drei Werke beispielsweise für Werksbestellungen und interne Leistungsverrechnungen.

Und für unser Werk in den USA ist besonders die Mehrsprachigkeit der neuen Version wertvoll, die eine englische Beschriftung der Masken zulässt“, weiß Rolf Hasenkopf. Die Server, als Herz der Installation, sind zentral in Crailsheim stationiert, die Niederlassungen, die autark arbeiten, sind über Citrix angebunden. So können auch die Kollegen in den USA problemlos auf die Konstruktionspläne aus den deutschen Werken zugreifen, wenn sie etwa Umbauten an Maschinen ausführen müssen.

Ebenso stehen Artikel, die in den jeweiligen Werken angelegt werden, der ganzen Gruppe zur Verfügung. „Wenn Sie einen normalen VW Golf nehmen und daraus eine Geländevariante bauen, enthalten beide Modelle gleiche – quasi werksübergreifende – Komponenten. So ähnlich passiert das auch bei uns“, erläutert Hasenkopf.

Höchste Ansprüche an die Dokumentation

„Unsere Sondermaschinen sind alles Einzellösungen und wirkliche Unikate“, bekräftigt Hasenkopf. Deshalb konfiguriert der Vertrieb alle Angebote im CRM-System und lässt sie von der Projektierung auf die technische Machbarkeit überprüfen. Dabei wird auch eine Zeitschätzung mit dem voraussichtlichen Liefertermin vorgenommen und dieses Angebot dann mit dem Kunden abgestimmt bis ein finaler Auftrag vorliegt. Der Auftrag wird schließlich über das Projektmanagementsystem ins ERP-System eingelastet, und damit die Produktion angestoßen. „Besonders wichtig ist für uns die Unterstützung durch die ERP-Software bei der Dokumentation. Gerade im Pharmabereich gelten sehr hohe Anforderungen, denen wir mit PSIpenta aber problemlos gewachsen sind“, betont Hasenkopf.

Eine wichtige Rolle spielt da vor allem die Bauteildokumentation. Je nach Kunde müssen etwa alle geschweißten Teile mit Röntgenprüfungen und Materialzertifikaten dokumentiert sein. So kommen leicht mehr als zehn Dokumentationen zusammen, wobei derselbe Artikel kundenspezifisch mehrere, gar keine oder völlig andere Dokumentationen braucht.

Die Software unterscheidet jedes einzelne Bauteil nach der erforderlichen Dokumentation und erzeugt daraus Chargen, so dass nach Fertigstellung für jedes einzelne Teil die Verarbeitungskette bis zum Rohmaterial verfolgt werden kann.

Hohe Flexibilität sorgt für Individualität

In der Montage gibt es einzelne Montagegruppen, von denen jede über einen sogenannten Info-Point verfügt. „Diese Info-Points haben wir exakt nach den Bedürfnissen der Endmontage ausgerichtet“, so Hasenkopf und erklärt weiter: „Gibt er eine Produktnummer ein, sieht der Werker die komplette Struktur des Auftrags, er sieht, was fehlt und was wann kommen muss. Er bekommt eine individuelle Sicht auf seinen Auftrag.“ Es müssen also nicht verschiedene Objekte geöffnet werden. Mit einem einzigen Mausklick erhält der Nutzer alle Informationen, die für die Erledigung des Auftrags benötigt werden.

Werkstatt
Die Sondermaschinen von Groninger sind alles Einzellösungen und wirkliche Unikate

Diese spezifische Sicht von Groninger, die es im ERP-Standard gar nicht gibt, konnte der ERP-Systems Engineer über eine VBA-Integration (Visual Basic for Applications) eigenständig anpassen.

Er empfindet diese Flexibilität des ERPStandards als ein ganz großes positives Merkmal: „Die Möglichkeit, ohne fremde Unterstützung Anpassungen an die individuellen Bedürfnisse vorzunehmen ohne den Standard zu ändern, bieten andere Systeme kaum.“ So konnte man beim Upgrade zu über 90 Prozent im Standard bleiben und bekam trotzdem eine individuelle ERP-Lösung.

Fit für die Zukunft

Auch das Lager mit über 30 000 Bestandsartikeln wird mit dem ERP-System verwaltet. Dieses gewährleistet, dass bei der Kommissionierung die richtige Charge zum passenden Auftrag findet. Über eine mitlaufende Kalkulation berechnet PSIpenta jede Nacht den Ist-Stand aller Projekte. So gibt es jeden Tag die exakten Projektstände des Vortags. Eine Auswertung macht dann über Warnfunktionen darauf aufmerksam, wenn etwa ein Projekt aus dem Kostenrahmen läuft oder Termine gefährdet sind.

Die fortgeschrittene Automatisierung und die Flexibilität ermöglichen dem Sondermaschinenbauer auch weiterhin Kapazitätserhöhungen, Wachstum und die unkomplizierte, firmenindividuelle Abbildung aller Prozesse. Dass PSIPENTA immer wieder Anregungen aus den Reihen der Kunden weiter entwickelt und in den Standard aufnimmt, sieht Hasenkopf als weiteres Plus des Anbieters und resümiert: „Wir sind von unserem Software-Partner überzeugt, vor allem weil wir den ausgeprägten Praxisbezug zum Maschinen- und Sondermaschinenbau erfahren.“

Ihr Kontakt

Beate Wesenigk
Marketing Managerin
PSIPENTA Software Systems GmbH, Berlin
Telefon: +49 30 2801-2127
bwesenigk@psipenta.de
www.psipenta.de

Zeitschrift für Logistik und Produktion

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