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Immer Up-to-Date: Live-Dialoge für Disponenten im Nah- und Fernverkehr

21.08.2019 - Verkehr, Technologie

Dispositionssysteme unterstützen die Disponenten dabei, die richtigen Entscheidungen treffen. Quelle: PSI Transcom GmbH

„Sorry, da war jemand schneller.“ Diesen Satz hat wahrscheinlich jeder, der online z. B. Reisen bucht oder auf Shopping-Portalen einkauft, schon einmal gelesen und sich dementsprechend darüber geärgert. Sogenannte GUI-Toolkits ("Graphical User Interface") sorgen heute dafür, dass Dialoge, z. B. bei Onlineverbindungen benutzerorientiert gestaltet werden können. Eine Permanent-Verbindung zu dem Prozess, der die nötigen Daten liefert oder sie verändert, besteht jedoch nur selten und führt schließlich zu Unzufriedenheit beim Anwender.

Nicht selten klicken sich Anwender durch einen komplexen Dialog, in dem sie zahlreiche Daten und Informationen eingegeben haben – ohne einen Hinweis darauf, dass das Angebot inzwischen nicht mehr gültig ist. Das liegt daran, dass Dialoge fast ausschließlich offline bearbeitet werden, ohne eine aktuelle Verknüpfung zwischen dem geöffneten Datensatz und den zugrunde liegenden Verarbeitungsprozessen. Diese aktualisieren sich im Hintergrund aber fortwährend – mit möglichen Konsequenzen für den geöffneten Datensatz.

Ein Dialog – auch Dialogfenster, Dialogfeld oder -box – ist ein Bestandteil der grafischen Oberfläche, das sich immer dann öffnet, wenn Angaben vom Anwender eingeholt werden sollen. Eine Eingabe ist in aller Regel aber nur offline möglich, wodurch ein Abgleich der eingegebenen Informationen und der aktuellen Situation erst nach Ende der Bearbeitung erfolgen kann. Doch dann sind die eingegebenen Daten oder Handlungen mitunter nicht mehr ausführbar.

Stolpersteine in Planungs- und Steuerungssystemen

Auch in industrieller Planungssoftware oder im Nah- und Fernverkehr ist die Offline-Bearbeitung in vielen Anwendungen der Status Quo. Hier kommt noch erschwerend hinzu, dass Planungs- und Steuerungssysteme heute in aller Regel entweder viele, kompakte Einzeldialoge bereitstellen, die komplexe Abhängigkeiten nicht berücksichtigen oder erforderliche Einzelhandlungen zu komplexen Dialogen zusammenfassen. Sind hier ausgewählte Schritte nach Abschluss des Dialogs gar nicht mehr möglich, führt das zu unnötiger Frustration. Vor allem können die angestrebten Ziele weder effektiv und effizient und schon gar nicht zufriedenstellend erreicht werden. Gebrauchstauglich bzw. benutzerfreundlich ist das keineswegs.

Neben dem Zugführer sollen auch die Fahrgäste zuverlässig über kurzfristige Änderungen informiert werden. Quelle: PSI Transcom GmbH

Die Usability einer Anwendung ist längst zu einem entscheidenden Kriterium der Qualität und Anwenderzufriedenheit avanciert und trägt maßgeblich zum erfolgreichen Einsatz von Anwendungen bei.

Insbesondere bei unplanmäßigen Ereignissen bzw. Abweichungen sind Disponenten gefordert, der aktuellen Situation entsprechend die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. In diesem Zusammenhang können Dispositionssysteme unterstützen, indem sie u. a.

  • die Visualisierung komplexer Zusammenhänge ermöglichen,
  • Checklisten und Handlungsvorschläge bereitstellen oder
  • akustische und optische Signale senden.

Problematisch wird es allerdings dann, wenn sich die Situation nach Abschluss des Dialogs bereits verändert hat und Einzelhandlungen nicht mehr ausführbar oder relevant sind.

Offline- und Live-Dialog im Vergleich

Anhand der Abbildung 1 wird die Problematik einer Offline-Bearbeitung im Nah- und Fernverkehr noch mal genauer deutlich. Zu sehen ist ein Offline-Dialog, bei dem der Laufweg eines Zuges über eine dispositive Maßnahme verkürzt werden soll. Relevante Live-Informationen wie z. B. die aktuelle Position des Zuges können nicht dargestellt und berücksichtigt werden. Nachdem der Disponent den Dialog geöffnet hat, kann er die Maßnahme zwar bearbeiten, doch erst mit dem Schließen des Dialoges erfolgt die eigentliche Durchführung der Maßnahme. Hat der Zug die Station, an dem die Zugbehandlung durchgeführt werden soll also bereits verlassen, so bemerkt er dies erst beim bzw. nach dem Schließen des Dialogs.

Abb. 1: Offline-Dialog. Quelle: PSI Transcom GmbH
Abb. 1: Offline-Dialog. Quelle: PSI Transcom GmbH
Abb. 2: Live-Dialog. Quelle: PSI Transcom GmbH
Abb. 2: Live-Dialog. Quelle: PSI Transcom GmbH

Die Lösung für einen optimalen Live-Dialog

Die Berliner PSI Transcom hat sich dieser Problematik mit Erfolg angenommen und ermöglicht nun deutliche Vorteile für den Anwender. Mit ihrer angepassten Plattform PSItraffic sind jetzt sowohl der Dialog und die Datenbank als auch der eigentliche Prozess miteinander verschmolzen.

Wie in der Abbildung 2 zu sehen ist, zeigt der geöffnete Live-Dialog den aktuellen Status des zugrundeliegenden Prozesses an (hier Zugfahrt) und ist zudem mit der Fahrgastinformation verknüpft. Die Zugbehandlung wird wie gewohnt in der Mitte durchgeführt, während  im unteren Teil des Dialoges die geplante Fahrgastinformation als Vorschau erscheint. Auf diese Weise ist der Disponent auch in der Lage die Fahrgastinformation bei Bedarf anzupassen.

Vorteile des Live-Dialogs auf einen Blick

  • Überwachung aller Prozesse auch bei geöffnetem Dialog möglich
  • Bearbeitung von Maßnahmen auf Basis der aktuellen Situation
  • Deutlich effizientere Prozesse durch Vermeidung hinfälliger Eingaben
  • Verknüpfung von Disposition und Fahrgastinformation
  • Zuverlässigere Informationen für die Fahrgäste

PSItraffic sorgt für eine Permanentverbindung zwischen den Dialogen und der Datenbank, sodass die geöffneten Dialoge während der gesamten Bearbeitung immer aktuelle Informationen bzw. Handlungsoptionen anzeigen. Daten, die nicht mehr aktuell sind, erscheinen ausgegraut. Anders als im Offline-Dialog, wird jetzt im oberen Teil des Dialoges die angewählte Zugfahrt laufend aktualisiert, sodass der Disponent hier erkennen kann, welche Bahnhöfe noch nicht angefahren wurden.

Erste Erfahrungen sammelt PSI Transcom aktuell in laufenden Einführungsprojekten bei einem Schweizer und einem Hamburger Kundenunternehmen. Quelle: PSI Transcom GmbH

Die Tage von Offline-Dialogen und frustrierenden Mehrfacheingaben in komplexen Planungs- und Steuerungssystemen sind gezählt. Die Permanentverbindung zwischen Dialogen und Datenbank verhilft Disponenten zu einer effizienteren Bearbeitung von Maßnahmen und Fahrgästen zu einer zuverlässigeren Informationsbasis.

Mit dieser Entwicklung tragen Hersteller wie die PSI Transcom nicht nur dem Anspruch an eine anwenderfreundliche Bedienbarkeit ihrer Lösungen Rechnung, sie erhöhen damit gleichzeitig auch die Praxistauglichkeit ihrer Anwendungen.

Weitere Informationen zum Thema Effizienz und Sicherheit im Schienenverkehr

Torsten Vogel

Geschäftsführer PSI Transcom GmbH

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