Berlin, 23. Juni 2026 – Im Forschungsprojekt „Transportation in Charge“ hat das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM mit Partnern aus Forschung- und Praxis Tools zur wirtschaftlichen und technischen Bewertung von Ladeinfrastruktur für E-Lkw in Gewerbegebieten und Güterverkehrszentren erarbeitet. In diesem Rahmen hat die PSI Software SE die Softwaretools für die Zusammenführung von Transportlogistik und Lademanagement sowie einen Cloud-Demonstrator entwickelt.
In einem Feldtest wurde die Praxistauglichkeit der mit rund 210 verfügbaren elektrischen Nutzfahrzeuge (E-Lkw) und der Ladeinfrastruktur für verschiedene Logistikaufgaben untersucht und erprobt. Der Praxistest sollte dazu beitragen, die Ladeinfrastruktur in Gewerbegebieten so zu gestalten, dass lokale Unternehmen gemeinsam eine kosteneffiziente und bedarfsgerechte Lademöglichkeit für E-Lkw nutzen können.
Gleichzeitig wurde analysiert, welche Energiebedarfe sich langfristig aus der Transformation der Flotten in ganzen Gewerbegebieten ergeben, so dass eine bessere langfristige Planung der Netzkapazitäten ermöglicht wird.
Als Softwarepartner realisierte PSI eine technische Gesamtlösung für die Kopplung von Transportlogistik und Lademanagement und entwickelte dafür eine cloudbasierte Plattform zum Austausch planungsrelevanter Echtzeitdaten. So können Lade- und Transportplanung anhand aktueller Informationen aus Fahrzeugtelematik, Verkehr, Wetter, Ladepunkten und Stellflächen sowie verfügbaren Ladekapazitäten optimal aufeinander abgestimmt werden. Darüber hinaus entwickelte PSI einen Cloud-Demonstrator auf Basis des Transportmanagementsystems PSItms und des CCTV-Moduls für die Bilddatenanalyse.
Zusammenfassend liefert die Studie wichtige neue Erkenntnisse zum Potenzial von Elektromobilität im Güterverkehr und zeigt unter anderem, dass ein Betrieb von E-Lkw-Flotten trotz noch bestehender Herausforderungen unter anderem bei Ladeinfrastruktur und Anschaffungskosten schon heute erfolgreich möglich ist.
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) geförderte dreijährige Forschungsprojekt wurde im Juni 2026 erfolgreich beendet. Die beteiligten Partner waren das Fraunhofer IFAM, von der RWTH Aachen University das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB), das Human-Computer-Interaction Center (HCIC) und das Institut für Elektrische Anlagen und Netze, Digitalisierung und Energiewirtschaft (IAEW) sowie die Praxispartner PSI Software SE, Behrens-Wöhlk GmbH & Co. KG und Rhenus Home Delivery GmbH.
Der PSI-Konzern entwickelt Softwareprodukte zur Optimierung des Energie- und Materialflusses bei Versorgern und Industrie. Als unabhängiger Softwarehersteller mit über 2.300 Beschäftigten ist PSI seit 1969 Technologieführer für Prozesssteuerungssysteme, die durch die Kombination von KI-Methoden mit industriell bewährten Optimierungsverfahren für eine nachhaltige Energieversorgung, Mobilität und Produktion sorgen. Die innovativen Branchenprodukte können vom Kunden selbst oder in der Cloud betrieben werden.