Erprobung kurativer Entlastungsmaßnahmen in Höchst- und Hochspannungsnetzen
Berlin, 10. April 2026 – Unter der Konsortialführung der PSI Software SE wurde das Forschungsprojekt PROGRESS nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit sechs Verbundpartnern aus Industrie und Wissenschaft wurden Verfahren zur kurativen Systemführung untersucht. Das Vorhaben wurde unter dem Förderkennzeichen 03EI4046A im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms im Förderbereich „Stromnetze“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.
Das Projektziel war die praxisnahe Erprobung einer kurativen Netzführung in Höchst- und Hochspannungsnetzen, um eine höhere Auslastung der Bestandsnetze und damit auch die weitere Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz zu ermöglichen.
Die Forschungsziele der PSI fokussierten sich auf die Berechnung von zeit- und witterungsabhängigen thermischen Grenzströmen auf Freileitungen und die Bestimmung von kurativen Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen Hoch- und Höchstspannungsnetzen. In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern wurde eine praxisnahe und anforderungsgerechte Methodenentwicklung forciert.
Im Rahmen des Projektes wurden zwei Feldtests durchgeführt, um die Praxistauglichkeit der entwickelten Methoden aufzuzeigen. In einem Feldtest wurden in Kooperation mit der TenneT TSO GmbH und der Transnet BW GmbH thermische Grenzwerte auf Freileitungen untersucht. In dem zweiten Feldtest wurden gemeinsam mit der TenneT TSO GmbH und der SH Netz GmbH kurative Maßnahmen zur Höherauslastung von Netzkuppeltransformatoren entwickelt. Flankiert wurden die Feldtests von Demonstratoren der Forschungspartner Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der RWTH Aachen University, die sich mit Redundanzmaßnahmen für kurative Maßnahmen und Stabilitätsbetrachtungen sowie Hybrid State Estimation, WAMPAC und Systemautomatiken auseinandersetzten. Die Netze BW GmbH unterstützte das Projekt als assoziierter Partner.
Der PSI-Konzern entwickelt Softwareprodukte zur Optimierung des Energie- und Materialflusses bei Versorgern und Industrie. Als unabhängiger Softwarehersteller mit über 2.300 Beschäftigten ist PSI seit 1969 Technologieführer für Prozesssteuerungssysteme, die durch die Kombination von KI-Methoden mit industriell bewährten Optimierungsverfahren für eine nachhaltige Energieversorgung, Produktion und Logistik sorgen. Die innovativen Branchenprodukte können vom Kunden selbst oder in der Cloud betrieben werden.