Digitalisierung : ERP-MES-Trends 2026: Diese Entwicklungen werden das neue Jahr prägen

2026 steht für viele Unternehmen im Zeichen von weiter zunehmender Komplexität in ihren Produktions- und Prozessstufen. ERP- und MES-Lösungen rücken dabei noch stärker in den Mittelpunkt – als Grundlage für Transparenz, Stabilität und Effizienz.

Volatile Lieferketten, steigende Kundenerwartungen und wachsende Cyberrisiken prägen die industrielle Landschaft. In der diskreten Fertigung erhöhen Aspekte wie Variantenvielfalt, Terminabhängigkeiten und komplexe Produktionsstrukturen den Druck zusätzlich. ERP und MES bekommen deshalb 2026 noch mehr Gewicht – als verlässliche Basis und Treiber effizienter Prozesse.

Vor allem vier Themen rücken in den Fokus: KI-gestützte Planung, Prozessoptimierung, Cybersecurity sowie SaaS- und Cloud-Modelle. Diese Handlungsfelder zeigen, wie Unternehmen ihre Systeme weiterentwickeln und zukunftssicher ausrichten.

Trend 1: Planbarkeit und Termintreue durch KI-gestützte Reihenfolgeplanung (Sequencing)

KI entwickelt sich weiter zum produktiven Bestandteil der Produktionsplanung, vor allem dort, wo viele Kriterien gleichzeitig zu berücksichtigen sind – etwa in der Reihenfolgebildung. 

Moderne ERP-/MES-Lösungen unterstützen die Planung durch Sequencing-Verfahren mit integrierter KI, bei denen die Reihenfolge von Aufträgen – häufig am Band – so festgelegt wird, dass eine ausgewogene Belastung entsteht. Die Systeme simulieren und bewerten unterschiedliche Sequenzen und sprechen auf dieser Basis Empfehlungen für einen sinnvollen Auftragsmix aus. Verantwortliche erhalten damit eine höhere Transparenz über Auslastungen und die Auswirkungen von Planänderungen. Unternehmen erhöhen ihre Stabilität und Reaktionsfähigkeit, die eine wesentliche Voraussetzung ist, um bei wechselnden Auftragslagen schnell und wirtschaftlich zu agieren. Sequencing wird damit 2026 zu einem strategischen Hebel für Effizienz, Planbarkeit und Termintreue.

Trend 2: Agilität und Resilienz durch optimierte Prozesse

Unternehmen stehen auch 2026 vor der Aufgabe, mehr Transparenz in Abläufen und Lieferketten zu schaffen. Dafür braucht es nachvollziehbare, tragfähige und verlässliche Prozesse in allen Bereichen der Wertschöpfung. Die Digitalisierung und Optimierung bestehender ERP- und MES-Prozesse erhalten vor diesem Hintergrund eine noch größere Relevanz als in den vergangenen Jahren. Denn Unternehmen können dadurch schneller und belastbarer reagieren und zugleich Engpässe, Medienbrüche und manuelle Routinen spürbar reduzieren. In einem volatilen Marktumfeld – insbesondere bei schwankender Nachfrage oder instabilen Lieferketten – stärkt dies die notwendige operative Verlässlichkeit. Prozessdigitalisierung wird somit zum zentralen Hebel für Resilienz und Zukunftsfähigkeit.

PSIpenta/ERP Workflow Developer

Trend 3: ERP- und MES-Security erhöhen

Die wirtschaftlichen Belastungen durch Cyberangriffe nehmen weiter zu, insbesondere auch in der Logistik und im verarbeitenden Gewerbe. Dabei geraten ERP- und MES-Lösungen zunehmend in den Fokus, da sie zentrale Geschäftsprozesse steuern und sensible Daten verarbeiten. Die Absicherung dieser Systeme wird daher 2026 weiter an Bedeutung gewinnen – um Ausfälle zu vermeiden genau wie Manipulationen oder Produktionsstillstände. 

Der Trend geht zu Security-by-Design und einer kontinuierlichen Absicherung auf Infrastruktur-, Netzwerk- und Anwendungsebene. Unternehmen profitieren in diesem Kontext zunehmend von der Kompetenz professioneller Infrastrukturprovider. Diese Bemühungen zielen darauf ab, Angriffsflächen deutlich zu reduzieren – etwa durch standardisierte Updates, segmentierte Architekturen und definierte Berechtigungskonzepte. Ein wesentlicher Erfolgsaspekt ist die dauerhafte Integration von Sicherheitsmaßnahmen in den Arbeitsalltag, statt sie als einmalige Projekte zu betrachten. ERP- und MES-Security entwickelt sich damit zu einem zentralen Pfeiler der betrieblichen Resilienz.

Trend 4: SaaS-/Cloud-ERP und MES weiter auf dem Vormarsch

Cloud- und SaaS-Modelle setzen sich 2026 weiter durch, da sie Unternehmen mehr Flexibilität und geringere IT-Last ermöglichen. Zu den Vorteilen zählen Skalierbarkeit, geringere Anfangsinvestitionen und standortübergreifender Zugriff. SaaS-Anbieter stellen neue Funktionen in kleinen, regelmäßigen Updates bereit, sodass Innovationen schneller nutzbar werden. Große Migrationsprojekte entfallen, da Systeme durch inkrementelle Aktualisierungen kontinuierlich aktuell bleiben. Cloud-Umgebungen erleichtern zudem die Integration wettbewerbsentscheidender KI-, Analyse- und Automatisierungsbausteine ohne zusätzlichen Infrastrukturaufwand. Im laufenden Betrieb profitieren Unternehmen von einfacher Skalierung und professionell gesicherter Infrastruktur. Gleichzeitig werden Kosten transparenter und planbarer, unter anderem durch Pay-per-Use-Modelle. SaaS etabliert sich damit als strategisches Betriebsmodell für moderne ERP- und MES-Landschaften.

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Ein Blick nach vorn

Die ERP- und MES-Trends für 2026 spiegeln die wachsenden Herausforderungen im Hinblick auf Stabilität, Flexibilität und Sicherheit wider und geben darauf klare Antworten. KI-gestützte Planung, optimierte Prozesse, robuste Sicherheitskonzepte sowie Cloud- und SaaS-Modelle adressieren diese Anforderungen und unterstützen eine zuverlässige, zukunftsorientierte Systemlandschaft.

Ihr Kontakt

Elena Günzler Produktmanagerin Manufacturing Execution Systems, PSI Software SE

Elena Günzler ist Diplom-Mathematikerin mit über 30 Jahren Erfahrung im Bereich Manufacturing Execution Systems (MES). Ihre berufliche Laufbahn begann in der Entwicklung von Leitstandssystemen. Es folgten Tätigkeiten in der Softwareeinführung und Kundenberatung vor Ort sowie die Leitung mittlerer und großer Projekte.

Heute ist sie als Produktmanagerin für die PSI Software SE tätig und verantwortet den Bereich MES für die diskrete Fertigung. Mit ihrem umfassenden fachlichen und technischen Know-how treibt sie maßgeblich die Transformation hin zu einer SaaS-Welt innerhalb der PSI Software SE | Business Unit Discrete Manufacturing voran.

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